Zarina Tadjibaeva – Zarina zeigt den Vogel

Samstag 14. Mai 2022, 20 Uhr, Eintritt Fr. 30.- / 20.-  für Jugendliche in Ausbildung und IV-BezügerInnnen

Zarina zeigt den Vogel – Das Zwitschern einer Dolmetscherin

Einfrautheater mit Zarina Tadjibaeva
Dramaturgie und Regie: Andrej Togni
Dauer: ca. 85Minuten (ohne Pause) 
Bühnenbild: Minimalistisch. Eine Pappfigur, ein Notenständer, zwei Hocker, ein Lautsprecher.

Zarina Tadjibaeva regt in ihrem Programm frisch, frei und originell zum Nachdenken an. Die Siegerin des Jungsegler 2021, erzählt von prägnanten Fällen aus ihrem Berufsalltag als Gerichts- und Behördendolmetscherin und betrachtet, satirisch überspitzt, fluchende Richter, skeptische Befrager, sprachlose Gesuchstellerinnen, rassistische Migranten, kampfbereite Helfer*Innen und auch jene, die aus Schicksalsschlägen Kapital schlagen.

Die Geschichte

Im Stücktreten drei Figuren auf. Alle werden von Zarina verkörpert. Der altkluge Professor Azad mischt sich ständig ungefragt in die Erzählungen ein. Er doziert ellenlang über die Vogelwelt und wirft mit persischen Sprichwörtern um sich. Die tüchtige und überkandidelte Geschäftsfrau Olga Reich, träumt von eigener Partei. Sie orientiert sich an der SVP. Da ist auch noch Lida. Sie ist eine gewissenhafte Dolmetscherin im Schweizer Asylwesen. Sie stammt aus einer muslimisch-sozialistischen Gesellschaft. Sie hinterfragt ihre Rolle im eidgenössischen Asylsystem. Sie kritisiert das Dolmetscherwesen anhand von Geschichten, die sie selber erlebt hat. Die Zuschauer erleben somit ungefiltert die Stimmung einer Gerichtsverhandlung oder eine Anhörung beim Migrationsamt.

Der Hintergrund

Zarina Tadjibaeva ist langjährige Gerichts-und Behördendolmetscherin und Übersetzerin. Sie arbeitet für das Staatssekretariat für Migration, die Polizei, das Ambulatorium für Folter-und Kriegsopfer, das Frauennottelefon und die Justiz. Dabei hat sie viele tragische, lustige und absurde Geschichten hautnah erlebt. Daraus sind zwei Soloprogramme entstanden. Im Erstling «Verschtehsch? 1000 und1 Fall einer Übersetzerin» treten bereits die beiden Kunstfiguren Lida und Olga auf. Die Dolmetscherinnen prägen den Inhalt, der sich kritisch mit der Rolle von einer Behördendolmetscherin auseinandersetzt. Das neuere Stück «Zarina zeigt den Vogel» kritisiert noch schärfer das Asylwesen und den Rassismus unter den Migranten.

 

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Kostprobe: